RSSCategory: Arbeitsrecht

Die Abmahnung im Arbeitsgerichtsprozess

Abmahnung – wie geht es weiter

Sie haben in Ihrem Job, der Ihnen Spaß macht und der dafür sorgt, dass Sie Ihre Miete und alle anderen Dinge bezahlen können, einen großen Fehler begangen. Vielleicht war dieser Fehler fachlicher Natur, ohne groß darüber nachzudenken.

Vielleicht haben Sie aber auch einen Fehler in Form von grobem Fehlverhalten begangen. Haben Sie jemanden beleidigt, sind zum x-ten Mal zu spät gekommen oder haben eine bestimmte Arbeit verweigert.
Was auch immer geschehen ist, es hat dafür gesorgt, dass Sie eine Abmahnung erhalten haben.

Abmahnung – Glück im Unglück

Zunächst einmal, eine Abmahnung ist nichts auf das Sie stolz sein sollten. Dennoch, es ist noch immer besser als eine sofortig ausgesprochene Kündigung. Insofern kann man also sagen, dass Sie Glück im Unglück hatten.
Dennoch, die Abmahnung zeigt Ihnen, dass Sie gegen Ihre arbeitsvertraglich vereinbarten Pflichten verstoßen haben.

Sie ist sozusagen der Warnschuss für Sie, Ihr Verhalten oder Ihre Arbeitsweise zu überdenken und zu ändern. Andernfalls müssen Sie beim nächsten Mal mit einer endgültigen Kündigung rechnen.

Abmahnung erhalten – und nun?

Halten Sie die Abmahnung in Händen sollten Sie zunächst einmal Ruhe bewahren. Schauen Sie sich die Abmahnung genau an, denn auch hier müssen bestimmte formale Regeln eingehalten werden. Besonders wichtig ist es beispielsweise, dass Ihr Vergehen genau bezeichnet wird.

Genau bedeutet in diesem Fall wirklich konkret, eine allgemeine Aussage ist in einer Abmahnung nicht ausreichend. Das Ereignis, mit welchem Sie gegen arbeitsvertragliche Regelungen verstoßen haben, muss benannt sein. Es genügt nicht, wenn lediglich drin steht, dass Sie ständig zu spät kommen oder stören würden.

Da die Abmahnung auch einen Warncharakter hat, muss auch ein Hinweis enthalten sein, dass bei einem erneuten Verstoß gegen eben diese Regeln, die Folge die Kündigung sein wird. Andernfalls haben Sie im tatsächlichen Falle einer Kündigung sehr gute Chancen vor dem Arbeitsgericht dagegen vorzugehen.

Persönliches Verhalten nach einer Abmahnung

Bedenken Sie in jedem Fall, dass die Abmahnung in Ihrer Personalakte abgelegt wird. Daher sollten Sie, wenn die Abmahnung ungerechtfertigt ist, auf jeden Fall dagegen vorgehen und das Entfernen aus der Personalakte verlangen.

Außerdem ein wichtiger Hinweis: Da die Abmahnung eben in Ihrer Akte bestehen bleibt, sollten Sie niemals dafür unterschreiben, dass sie inhaltlich korrekt ist. Dies kommt einem Schuldeingeständnis gleich und das wollen Sie sicherlich nicht. Das einzige, was sie höchstens unterschreiben sollten, ist der Empfang der Abmahnung. Dies stellt kein Risiko für Sie dar.

Im nächsten Schritt sollten Sie sich Ihre Abmahnung genau durchlesen. Achten Sie auf die bereits vorab genannten Punkte, ob das konkrete Ereignis benannt ist, bzw. ob sie ihrem Warncharakter nachkommt.
Lesen Sie genau durch, was Ihnen vorgeworfen wird. Sind Sie der Meinung, dass die genannten Punkte nicht zutreffen, dann schreiben Sie eine Gegendarstellung und bestehen Sie darauf, dass diese ebenfalls in der Personalakte abgelegt wird.

Selbst wenn die genannten Punkte zutreffen sollten Sie auf eine Gegendarstellung nicht verzichten. Verfügt Ihre Firma über einen Betriebsrat, dann ziehen Sie diesen im Falle einer unberechtigten Abmahnung hinzu. Dieser steht Ihnen beratend zur Seite und kann Sie sicherlich dabei unterstützen, sich gegen die unberechtigte Abmahnung zur Wehr zu setzen.

Letzter Schritt – Arbeitsgericht

Weigert sich Ihr Arbeitgeber, die Ihrer Meinung nach unberechtigte Abmahnung aus der Personalakte zu entfernen, dann ist Ihre letzte Möglichkeit das Arbeitsgericht. Hier können Sie in letzter Instanz mit einer Klage die Entfernung der Abmahnung herbeiführen.

Dabei liegt die Beweislast, dass die Abmahnung doch berechtigt erteilt wurde, in jedem Fall beim Arbeitgeber. Dieser muss nachweisen, dass Ihr Verhalten gegen die arbeitsvertraglich geregelten Punkte verstoßen hat.

Mai 17, 2017 | By | Reply More