Welche Aufgaben hat ein Insolvenzverwalter?

Mai 19, 2017 | By | Reply More

Was macht ein Insolvenzverwalter?

Wenn es einem Unternehmer oder einer Privatperson wirtschaftlich gut geht kommt man nie mit ihm in Kontakt. Er betritt erst die Bildfläche, wenn es zu wirtschaftlichen Turbulenzen kommt. Die Rede ist von dem Insolvenzverwalter.

Man liest es immer wieder in der Zeitung – Firma xy aus Augsburg oder München hat Insolvenz angemeldet und ein Rechtsanwalt wurde zum Insolvenzverwalter bestellt. Was das genau bedeutet und welchen Aufgabenbereich ein Insolvenzverwalter einnimmt – darum dreht sich der folgende Artikel.

Wer kann überhaupt ein Insolvenzverwalter sein

Ein Insolvenzverwalter ist meist ein Anwalt oder sonstiger Jurist, welcher sich auf die Rechtsfragen des Insolvenzrechts spezialisiert hat. Theoretisch kann aber auch ein Betriebswirt, Wirtschaftsprüfer oder auch Steuerberater die Rolle eines Insolvenzverwalters einnehmen. Für eine gute augsburger Insolvenzverwaltung hier klicken.

Den Insolvenzverwalter kann man sich nicht aussuchen. Nach den Vorschriften der Insolvenzordnung bestimmt der zuständige Richter am Insolvenzgericht, wer der Insolvenzverwalter nach einem Insolvenzantrag wird. Hierfür liegen bei jedem Gericht Listen mit geeigneten Kandidaten vor, aus welchen dann ein Insolvenzverwalter ausgesucht wird.

Gerade bei sehr großen Insolvenzen macht dieses Vorgehen durchaus Sinn. Nicht jede Insolvenzkanzlei in Augsburg oder München hat die entsprechenden Kapazitäten, um die Insolvenz eines großen Unternehmens abzuwickeln.

Was für Eigenschaften braucht ein Insolvenzverwalter?

Ein Insolvenzverwalter muss mehrere Disziplinen vereinen und auch mehrere Charakteristika aufweisen, um für den Beruf in einer Insolvenzkanzlei gewappnet zu sein.

  • Durchsetzungsstärke
  • Juristischer Sachverstand
  • Wirtschaftliche Grundkenntnisse

Man muss sich immer vor Augen halten was der Insolvenzverwalter eigentlich macht. Wird die Insolvenz eröffnet schlüpft er für eine gewisse Zeit in die Rolle des bisherigen Geschäftsführers und leitet die täglichen Geschäfte weiter während er zugleich versucht, so viel Geld wie möglich für die Gläubiger zu beschaffen.

Er muss also neben den großen juristischen Qualifikationen auch den wirtschaftlichen und operativen Sachverstand eines Geschäftsführers mitbringen. Nur auf diese Weise geht die Firma unter seiner Regie nicht ungeordnet Pleite. Zum Beispiel findet man hier eine Empfehlung für Münchner Insolvenzverwaltung und kann sich deren Beispiele auch direkt ansehen.

Der Insolvenzverwalter muss nicht nur sich mit unzufriedenen Gläubigern auseinandersetzen. Er muss auch die Eigentümer der Firma und auch deren Arbeitnehmer beruhigen. Er brauch also auch einen großen Teil Durchsetzungsstärke und Überzeugungskraft.

Was sind die ersten Schritte in der Insolvenz?

In Deutschland kann man erst Insolvenzanmelden, wenn einer der beiden Insolvenzgründe vorliegt:

  • Überschuldung
  • Zahlungsunfähigkeit

Wenn einer der beiden Zustände vorliegt – die Schulden der Firma also deren Vermögen übersteigen – dann besteht eine Insolvenzantragspflicht für den Geschäftsführer, bei deren Nichtbeachten der Geschäftsführer strafrechtlich aufgrund einer Insolvenzverschleppung belangt werden kann.

Der Insolvenzantrag wird bei dem örtlich- und sachlich zuständigen Insolvenzgericht gestellt, dieses ernennt dann den Insolvenzverwalter.
Das erste was der Insolvenzverwalter daraufhin tut ist das bestehende Vermögen der Gesellschaft zu sichern und jegliche Zahlungsströme erst einmal einzufrieren. Ist das Gerücht der Insolvenz erst in der Welt versuchen sich jegliche Gläubiger so schnell wie möglich ihren Anteil aus der Firma zu ziehen. Hierdurch kann das Unternehmen zum Nachteil der übrigen Gläubiger handlungsunfähig werden.

Was macht der Anwalt für Insolvenzrecht als nächstes?

Ist der status quo erst einmal gesichert, werden meist Gutachten hinsichtlich einer Fortführungsprognose in Auftrag gegeben und durchgeführt. Solche Masseverbindlichkeiten werden auch vorrangig bedient, so dass Geschäftspartner auch weiterhin einen Anreiz haben mit der insolventen Firma Geschäfte zu machen. Erst im Anschluss hieran wird versucht das Unternehmen zu sanieren oder zu zerschlagen.

Category: Insolvenzrecht

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