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Welche Aufgaben hat ein Insolvenzverwalter?

Was macht ein Insolvenzverwalter?

Wenn es einem Unternehmer oder einer Privatperson wirtschaftlich gut geht kommt man nie mit ihm in Kontakt. Er betritt erst die Bildfläche, wenn es zu wirtschaftlichen Turbulenzen kommt. Die Rede ist von dem Insolvenzverwalter.

Man liest es immer wieder in der Zeitung – Firma xy aus Augsburg oder München hat Insolvenz angemeldet und ein Rechtsanwalt wurde zum Insolvenzverwalter bestellt. Was das genau bedeutet und welchen Aufgabenbereich ein Insolvenzverwalter einnimmt – darum dreht sich der folgende Artikel.

Wer kann überhaupt ein Insolvenzverwalter sein

Ein Insolvenzverwalter ist meist ein Anwalt oder sonstiger Jurist, welcher sich auf die Rechtsfragen des Insolvenzrechts spezialisiert hat. Theoretisch kann aber auch ein Betriebswirt, Wirtschaftsprüfer oder auch Steuerberater die Rolle eines Insolvenzverwalters einnehmen. Für eine gute augsburger Insolvenzverwaltung hier klicken.

Den Insolvenzverwalter kann man sich nicht aussuchen. Nach den Vorschriften der Insolvenzordnung bestimmt der zuständige Richter am Insolvenzgericht, wer der Insolvenzverwalter nach einem Insolvenzantrag wird. Hierfür liegen bei jedem Gericht Listen mit geeigneten Kandidaten vor, aus welchen dann ein Insolvenzverwalter ausgesucht wird.

Gerade bei sehr großen Insolvenzen macht dieses Vorgehen durchaus Sinn. Nicht jede Insolvenzkanzlei in Augsburg oder München hat die entsprechenden Kapazitäten, um die Insolvenz eines großen Unternehmens abzuwickeln.

Was für Eigenschaften braucht ein Insolvenzverwalter?

Ein Insolvenzverwalter muss mehrere Disziplinen vereinen und auch mehrere Charakteristika aufweisen, um für den Beruf in einer Insolvenzkanzlei gewappnet zu sein.

  • Durchsetzungsstärke
  • Juristischer Sachverstand
  • Wirtschaftliche Grundkenntnisse

Man muss sich immer vor Augen halten was der Insolvenzverwalter eigentlich macht. Wird die Insolvenz eröffnet schlüpft er für eine gewisse Zeit in die Rolle des bisherigen Geschäftsführers und leitet die täglichen Geschäfte weiter während er zugleich versucht, so viel Geld wie möglich für die Gläubiger zu beschaffen.

Er muss also neben den großen juristischen Qualifikationen auch den wirtschaftlichen und operativen Sachverstand eines Geschäftsführers mitbringen. Nur auf diese Weise geht die Firma unter seiner Regie nicht ungeordnet Pleite. Zum Beispiel findet man hier eine Empfehlung für Münchner Insolvenzverwaltung und kann sich deren Beispiele auch direkt ansehen.

Der Insolvenzverwalter muss nicht nur sich mit unzufriedenen Gläubigern auseinandersetzen. Er muss auch die Eigentümer der Firma und auch deren Arbeitnehmer beruhigen. Er brauch also auch einen großen Teil Durchsetzungsstärke und Überzeugungskraft.

Was sind die ersten Schritte in der Insolvenz?

In Deutschland kann man erst Insolvenzanmelden, wenn einer der beiden Insolvenzgründe vorliegt:

  • Überschuldung
  • Zahlungsunfähigkeit

Wenn einer der beiden Zustände vorliegt – die Schulden der Firma also deren Vermögen übersteigen – dann besteht eine Insolvenzantragspflicht für den Geschäftsführer, bei deren Nichtbeachten der Geschäftsführer strafrechtlich aufgrund einer Insolvenzverschleppung belangt werden kann.

Der Insolvenzantrag wird bei dem örtlich- und sachlich zuständigen Insolvenzgericht gestellt, dieses ernennt dann den Insolvenzverwalter.
Das erste was der Insolvenzverwalter daraufhin tut ist das bestehende Vermögen der Gesellschaft zu sichern und jegliche Zahlungsströme erst einmal einzufrieren. Ist das Gerücht der Insolvenz erst in der Welt versuchen sich jegliche Gläubiger so schnell wie möglich ihren Anteil aus der Firma zu ziehen. Hierdurch kann das Unternehmen zum Nachteil der übrigen Gläubiger handlungsunfähig werden.

Was macht der Anwalt für Insolvenzrecht als nächstes?

Ist der status quo erst einmal gesichert, werden meist Gutachten hinsichtlich einer Fortführungsprognose in Auftrag gegeben und durchgeführt. Solche Masseverbindlichkeiten werden auch vorrangig bedient, so dass Geschäftspartner auch weiterhin einen Anreiz haben mit der insolventen Firma Geschäfte zu machen. Erst im Anschluss hieran wird versucht das Unternehmen zu sanieren oder zu zerschlagen.

Mai 19, 2017 | By | Reply More

Die Abmahnung im Arbeitsgerichtsprozess

Abmahnung – wie geht es weiter

Sie haben in Ihrem Job, der Ihnen Spaß macht und der dafür sorgt, dass Sie Ihre Miete und alle anderen Dinge bezahlen können, einen großen Fehler begangen. Vielleicht war dieser Fehler fachlicher Natur, ohne groß darüber nachzudenken.

Vielleicht haben Sie aber auch einen Fehler in Form von grobem Fehlverhalten begangen. Haben Sie jemanden beleidigt, sind zum x-ten Mal zu spät gekommen oder haben eine bestimmte Arbeit verweigert.
Was auch immer geschehen ist, es hat dafür gesorgt, dass Sie eine Abmahnung erhalten haben.

Abmahnung – Glück im Unglück

Zunächst einmal, eine Abmahnung ist nichts auf das Sie stolz sein sollten. Dennoch, es ist noch immer besser als eine sofortig ausgesprochene Kündigung. Insofern kann man also sagen, dass Sie Glück im Unglück hatten.
Dennoch, die Abmahnung zeigt Ihnen, dass Sie gegen Ihre arbeitsvertraglich vereinbarten Pflichten verstoßen haben.

Sie ist sozusagen der Warnschuss für Sie, Ihr Verhalten oder Ihre Arbeitsweise zu überdenken und zu ändern. Andernfalls müssen Sie beim nächsten Mal mit einer endgültigen Kündigung rechnen.

Abmahnung erhalten – und nun?

Halten Sie die Abmahnung in Händen sollten Sie zunächst einmal Ruhe bewahren. Schauen Sie sich die Abmahnung genau an, denn auch hier müssen bestimmte formale Regeln eingehalten werden. Besonders wichtig ist es beispielsweise, dass Ihr Vergehen genau bezeichnet wird.

Genau bedeutet in diesem Fall wirklich konkret, eine allgemeine Aussage ist in einer Abmahnung nicht ausreichend. Das Ereignis, mit welchem Sie gegen arbeitsvertragliche Regelungen verstoßen haben, muss benannt sein. Es genügt nicht, wenn lediglich drin steht, dass Sie ständig zu spät kommen oder stören würden.

Da die Abmahnung auch einen Warncharakter hat, muss auch ein Hinweis enthalten sein, dass bei einem erneuten Verstoß gegen eben diese Regeln, die Folge die Kündigung sein wird. Andernfalls haben Sie im tatsächlichen Falle einer Kündigung sehr gute Chancen vor dem Arbeitsgericht dagegen vorzugehen.

Persönliches Verhalten nach einer Abmahnung

Bedenken Sie in jedem Fall, dass die Abmahnung in Ihrer Personalakte abgelegt wird. Daher sollten Sie, wenn die Abmahnung ungerechtfertigt ist, auf jeden Fall dagegen vorgehen und das Entfernen aus der Personalakte verlangen.

Außerdem ein wichtiger Hinweis: Da die Abmahnung eben in Ihrer Akte bestehen bleibt, sollten Sie niemals dafür unterschreiben, dass sie inhaltlich korrekt ist. Dies kommt einem Schuldeingeständnis gleich und das wollen Sie sicherlich nicht. Das einzige, was sie höchstens unterschreiben sollten, ist der Empfang der Abmahnung. Dies stellt kein Risiko für Sie dar.

Im nächsten Schritt sollten Sie sich Ihre Abmahnung genau durchlesen. Achten Sie auf die bereits vorab genannten Punkte, ob das konkrete Ereignis benannt ist, bzw. ob sie ihrem Warncharakter nachkommt.
Lesen Sie genau durch, was Ihnen vorgeworfen wird. Sind Sie der Meinung, dass die genannten Punkte nicht zutreffen, dann schreiben Sie eine Gegendarstellung und bestehen Sie darauf, dass diese ebenfalls in der Personalakte abgelegt wird.

Selbst wenn die genannten Punkte zutreffen sollten Sie auf eine Gegendarstellung nicht verzichten. Verfügt Ihre Firma über einen Betriebsrat, dann ziehen Sie diesen im Falle einer unberechtigten Abmahnung hinzu. Dieser steht Ihnen beratend zur Seite und kann Sie sicherlich dabei unterstützen, sich gegen die unberechtigte Abmahnung zur Wehr zu setzen.

Letzter Schritt – Arbeitsgericht

Weigert sich Ihr Arbeitgeber, die Ihrer Meinung nach unberechtigte Abmahnung aus der Personalakte zu entfernen, dann ist Ihre letzte Möglichkeit das Arbeitsgericht. Hier können Sie in letzter Instanz mit einer Klage die Entfernung der Abmahnung herbeiführen.

Dabei liegt die Beweislast, dass die Abmahnung doch berechtigt erteilt wurde, in jedem Fall beim Arbeitgeber. Dieser muss nachweisen, dass Ihr Verhalten gegen die arbeitsvertraglich geregelten Punkte verstoßen hat.

Mai 17, 2017 | By | Reply More

Wie soll man einen Richter im Gerichtssaal ansprechen?

Wie spricht man einen Richter an?

Das Gericht ist eine staatliche Institution, in der ein Richter zu den höchsten Persönlichkeiten im deutschen Staatssystem gehört. Dieser hohen Stellung entsprechend müssen Sie einen Richter unbedingt in einer angemessenen Form ansprechen. Eine unangemessene Ansprache kann unmittelbar von dem Richter mit einer Strafe belegt werden. Zumindest werden Sie jedoch von diesem darauf hingewiesen, dass eine bestimmte Anrede erwünscht ist.

Welche Anreden sind unerwünscht und wie werden Vergehen geahndet?

Bei einigen Anreden ist es offensichtlich, dass sie einem Richter gegenüber völlig unangemessen sind und Sie solche unterlassen sollten. Neben beleidigenden Formulierungen sind auch informelle Anreden zu unterlassen, selbst wenn sie im Alltag gegenüber anderen Personen durchaus als locker höflich angesehen werden. So sollten Sie es beispielsweise strikt unterlassen einen Richter mit „du“ anzusprechen.

In solchen Fällen kann der Richter sie darauf hinweisen, dass die Anrede unangemessen ist und Sie diese zu unterlassen haben. Bei einer erneuten unangemessenen Anrede bleibt es dem Richter überlassen Sie dafür zu bestrafen. Diese Strafen können sich auf eine zu zahlende Geldstrafe beschränken. Es können jedoch auch andere Formen gewählt werden. Sie könnten zu Sozialstunden verurteilt werden und im schlimmsten Fall zu einer Haftstrafe.

Die Freiheitsstrafe kann bis zu einem Jahr lang angesetzt werden. Dies liegt auch daran, dass mit der Respektlosigkeit dem Richter gegenüber auch Respektlosigkeit dem Gericht und schließlich dem Staat ansich entgegen gebracht wird und der Staat ein solches Verhalten nicht dulden kann und will.

Den Richter als Richter ansprechen – korrekt und trotzdem problematisch

Einen Richter können Sie durchaus mit Herr Richter oder Frau Richterin ansprechen. Diese Anrede ist in ausreichendem Maße respektvoll und kann ohne Bedenken genutzt werden – beinahe zumindest. Bei männlichen Richtern besteht ein Problem mit der Doppeldeutigkeit dieser Anrede. Richter ist bekanntermaßen nicht nur die Berufsbezeichnung und eine mögliche korrekte Anrede, sondern auch ein weit verbreiteter Nachname in Deutschland.

Für den, wenn auch relativ unwahrscheinlichen, Fall, dass Sie einem Richter begegnen, welcher mit Nachnamen zufälligerweise auch tatsächlich Richter heißt, würden Sie den Mann unwissentlich mit seinem Nachnamen ansprechen. Dies ist selbstverständlich wieder als unangemessen anzusehen und würde von einem Richter nicht geduldet werden. Es gibt deshalb Richter, welche die Anrede mit Herr oder auch Frau Richter grundsätzlicht ablehnen und Sie darauf hinweisen würden eine andere Anrede zu nutzen.

Wie spricht man einen Richter an? – Die korrekten Formen

Nachdem Sie nun die üblichen falschen Ansprachen kennen, bleiben nur noch wenige korrekte Varianten übrig. Als Leiter eines Prozesses ist es durchaus angebracht einen Richter entsprechend dieser Funktion mit Herr Vorsitzender beziehungsweise Frau vorsitzende anzusprechen.

Dies wird von jedem Richter ohne Beanstandung als angemessene Anrede akzeptiert und gerne gehört werden. Es gibt jedoch auch Verhandlungen, bei denen mehrere Richter im Gerichtssaal anwesend sind. Vor allem wenn Sie in einem solchen Fall nicht einen einzelnen Richter, sondern alle anwesenden Richter als Gesamtheit ansprechen wollen, dann ist die Anrede mit „Hohes Gericht“ die beste Wahl.

Auch diese Anrede deutet auf die Funktion des Richters beziehungsweise aller anwesenden Richter hin und wird entsprechend gerne gehört werden.

Neumodische Alternative: Euer Ehren

Durch das Fernsehen ist eine weitere Anrede, nämlich „Euer Ehren„, ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Diese Anrede stammt aus den USA beziehungsweise der deutschen Synchronisation von Filmen, wo die Anrede als „Your Honor“ angemessen ist. In Deutschland bürgert sie sich langsam ein und kann, muss jedoch nicht vom Richter akzeptiert werden.

Mai 16, 2017 | By | Reply More

Ist Ingo Lenßen wirklich Anwalt?

Jeder kennt Ingo Lenßen aus verschiedensten Anwaltsserien. Diese sind oft wenig glaubhaft mit Laienschauspielern besetzt und spielen meist spektakuläre Strafrechtsfälle nach. Nicht selten sitzt der wahre Verbrecher dann zufällig im Publikum.

Was viele Menschen allerdings nicht wissen ist, dass zwar Opfer und Zeugen mit Laienschauspieler besetzt sind, die Rolle des Richters, Staatsanwalts und Strafverteidigers hingegen mit echten Juristen besetzt ist.

Nur so kann man sich auch das juristisch hohe Niveau der Sendungen erklären.

Hier habe ich eine Video für euch gefunden, in dem der berühmte Fernseh Anwalt auch über seine tatsächliche Anwaltstätigkeit berichtet. Viel Spass beim ansehen!

Mai 14, 2017 | By | Reply More

Der Blog zum Thema Recht – wie alles begann

Worin unterscheidet sich dieser Rechtsblog?

In der juristisches Fakultät lernt man viel – aber vieles ist sehr theoretisch und trocken. Man hat den Eindruck, dass gesamte Jurastudium bestünde nur auch leeren Formeln, Merksätzen und Definitionen.

Wenn in den Fällen etwas Praxisbezug vorgekaukelt wird – zum Beispiel in der Klausur aus der Sicht eines Anwalts – dann geschieht dies in derart konstrierter Art und Weise, dass man sich kaum vorstellen kann, dass dies in der Wirklichkeit geschieht.

Hiergegen soll mein Rechtsblog einen Kontrastpunkt setzen!

Was ich erreichen will, ist es das Thema Jura und Recht und auch den Anwaltsmarkt einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Auch der sogenannte juristische Laie soll anhand von anschaulichen Beispielen das Rüstzeug an die Hand gelegt bekommen, um auf dem Anwaltsmarkt einen passenden juristischen Berater zu finden oder sogar das Ruder in einigen Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen. Man darf schließlich nicht vergessen, dass vor den Amtsgerichten in der Bundesrepublik kein Anwaltszwang vorherrscht.

Was soll thematisch an Jura Themen abgedeckt werden?

Ich will nicht einen weiteren Spezialisten Blog schaffen, der dann nur von wenigen Experten gelesen und verstanden wird. Vielmehr will ich die Juristerei als solche Betrachten und immer wieder Einblicke geben, wie sich die Materie vielleicht aus Sicht des Anwalts gestaltet.

Öffentliches Recht, Zivilrecht und Strafrecht – all diese Bereiche sollen umfassend abgedeckt werden. Zusätzlich sollen auch Ausblicke in die Bereiche der Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie gegeben werden.

Was auch immer Sie persönlich interessieren mag – ich wünsche Ihnen viel Spass bei der Lektüre!

Mai 14, 2017 | By | Reply More